Vom 14. bis zum 18. November dieses Jahres hatten wir die großartige Change, an der Berlin Model United Nations mitzuwirken. Auf dieser Veranstaltung treffen sich jedes Jahr Hunderte Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt, um gemeinsam über die großen Fragen unserer Zeit zu diskutieren, Lösungen zu erarbeiten und neue Bekanntschaften zu machen. Das Thema dieses Jahr: Nachhaltige Entwicklung in einer kapitalistischen Welt.
Die Konferenz begann am Morgen des 15. Novembers. Bei einer feierlichen Eröffnungszeremonie hörten wir nicht nur die Reden von Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Cameron Abadi, Korrespondent bei „Foreign Policy“, sondern auch die eines ausgewählten Botschafters jeder Delegation. Hier lernten wir, dass in der Zentral Afrikanischen Republik alle 60 Sekunden eine Minute vergeht und dass die Botschafterin der DVR-Korea dem großen Führer Kim Jong Un treu ergeben ist.
Doch obwohl der Humor auch in der restlichen Konferenz großgeschrieben wurde, war zuerst Arbeit an der Tagesordnung. In verschiedenen Komitees vertraten wir die Position des uns zugeteilten Landes, Südafrika, und debattierten nach vorgegeben Regeln. Beim „Lobbyieren“ wurde uns leider kein Geld von einflussreichen Wirtschaftsvertretern angeboten, stattdessen verbündeten wir uns mit anderen Ländern, um gemeinsam Resolutionen zu unseren jeweiligen Themen zu verabschieden. In den folgenden Tagen wurden diese Resolutionen debattiert, verändert und am Ende durch ein Votum des gesamten Komitees entweder verabschiedet oder abgelehnt. Streitpunkte dieser Debatten reichten von der Gesetzmäßigkeit ganzer Forderungen hin zu Konflikten über einzelne Wörter und deren Bedeutungen.
Am dritten Tag hatten wir die einzigartige Möglichkeit, der Rede des früheren Bundespräsidenten und IMF-Vorsitzenden Horst Köhler zuzuhören und ihm Fragen zu stellen. Sein breites Wissen aus Jahrzehnten internationaler Politik, seine Expertise bzgl. Afrika und seine besondere Perspektive auf die Probleme unserer Zeit waren für die Konferenz eine große Bereicherung.
Doch die Kontakte, die wir während BERMUN geknüpft hatten, beschränkten sich nicht nur auf unsere Komitees. Auch außerhalb verstanden wir uns bestens mit Delegierten aus dem nahen Ratingen bis hin zu Schülerinnen und Schülern aus China. Bei freundschaftlichen Abendessen tauschten wir Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven aus und begründeten so tolle Freundschaften.
Und darin liegt wohl einer der besten Aspekte aller MUN-Konferenzen. In dem Knüpfen von Beziehungen, der Öffnung gegenüber anderen Kulturen und im Einnehmen und Verstehen neuer Perspektiven. Ich denke, ich spreche im Namen aller BERMUN-Teilnehmer wenn ich sage, dass uns diese Konferenz, die Eindrücke und Erfahrungen noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Ich kann deshalb nur jedem raten, der diese Möglichkeit bekommt: Nutzt sie! Ihr werdet es nicht bereuen.
Vielen Dank an Frau Wolf, die diese Reise möglich gemacht hat.
Alexander Münch, Q2