suitbertus_theater_ag

Interesse?
Interessierte können sich jeder Zeit bei Herrn Parent melden!
Information
Seit 1988 führt die Theater AG des Suitbertus-Gymasiums unter der Leitung von Martin Parent regelmäßig...
Chronik
Juni 2010 Leonce und Lena
// Georg Büchner
Mai 2010 Geschlossene Gesellschaft
// Jean-Paul Sartr
e
Mai 2009 Jedermann
// Hugo von Hofmannsthal
Jan 2009 Die Kahle Sängerin
// Eugène Ionesco
Juni 2006 Alle Menschen werden Brüder...?
// Friedrich Schiller
Aug 2004 Der Zerbrochene Krug
// Heinrich von Kleist
Feb 2002 Bernarda Albas Haus
// Federico Garcia Lorca
Feb 2000 Das Orchester
// Jean Anouilh
Feb 1998 Unsere Kleine Stadt
// Thornton Wilder
Feb 1997 Der trojanische Krieg findet nicht statt
// Jean Giraudoux
Feb 1997 Die Physiker
// Friedrich Dürrenmatt
Jan 1993 Zwölf Nächte oder Was Ihr Wollt
// William Shakespeare
Juli 1992 Ein Inspektor kommt
// John Boynton Priestley
Juni 1991 Ein Mittsommernachtstraum
// William Shakespeare
Juni 1989 Frühlings Erwachen
// Frank Wedekind
Juni 1988 Bernarda Albas Haus
// Frederico Garcia Lorca
Die letzten Aufführungen
06.05.2010 | Geschlossene Gesellschaft // Jean-Paul Sartre
Geschlossene Gesellschaft
// Jean-Paul Sartre

Als erste Web-Resonanz - die Sicht des Regisseurs auf das Schauspiel: "Erst spät gelangen Garcin, Inès und Estelle zu der Einsicht, daß kein zweiter Tod sie voneinander erlöst, daß sie dazu verurteilt sind, nur im Urteil der jeweils anderen zu „existieren", immer von neuem ihr Tun und ihr Unterlassen zu rechtfertigen und dennoch in Ewigkeit an ihrer Rechtfertigung zu scheitern, sie zerplatzen zu sehen, so wie Sysiphos in der stehenden Ewigkeit der Unterwelt den Felsblock vom Berg rollen sah.

Für Jean-Paul Sartre, den Existentialisten, war es undenkbar, die Antwort auf die Frage nach der Selbstverantwortung des Menschen einer diffusen, vage Illusionen weckenden, transzendenten Wesenheit zu überlassen. „Du bist nichts anderes als dein Lebenl", schleudert Ines, die Klarsichtige, der eindeutig die Sympathie des Autors gehört, Garcin entgegen, als er versucht, die Illusionen, die er sich über sein Leben gemacht hat und immer noch macht, als seine Lebenswirklichkeit auszugeben.

Jetzt aber noch einmal zum Mitdenken: Drei Personen, ein Mann und zwei Frauen, werden nacheinander von einem Kellner, dessen Schulung nach zivilisierten Maßstäben deutlich zu wünschen übrig läßt, in ein Hotelzimmer geführt, welches ebenfalls den etablierten Vorstellungen einer nur halbwegs akzeptablen Dienstleistungsgesellschaft diametral entgegensteht. Das Zimmer hat weder Fenster noch Betten, die Klingel funktioniert nur ausnahmsweise und unbeabsichtigt, das künstliche Licht kann nur von der „Direktion" zentral ausgeschaltet werden, was aber vermutlich niemals geschehen wird. Die Möblierung des Zimmers besteht aus drei schäbigen Sofas, die provisorisch mit Stoff überzogen wurden. Als Fluchtpunkt dient eine Bronzefigur, deren Funktion nur mühsam zu enträtseln ist (bei uns ein großer Obelisk, ähnlich dem Monolithen in Stanley Kubricks „2001— Odyssee im Weltraum"). Der einzige bewegliche Gegenstand ist ein Papiermesser, dessen praktischer Sinn ebenfalls im Dunkeln bleibt, da es weder Bücher noch sonst irgendetwas gibt, was ein solches Werkzeug zweckmäßig erscheinen lassen könnte. Wir &gen dieser Ausstattung drei Umzugskartons hinzu, gefüllt mit Reminiszenzen an ein früheres Leben, außerdem einen Fernseher, mit dessen Hilfe die drei Personen ebenso ungewollt wie nutzlos das Leben und Treiben ihrer jeweiligen Außenwelt beobachten können. Nutzlos, denn die drei sind tot. Ines, die Postangestellte, starb an einer Gasvergiftung. Estelle, das „arme Waisenkind", das in die bessere Gesellschaft hinein geheiratet hat, erlag einer Lungenentzündung und Garcin, der selbsternannte Pazifist und Womanizer wurde als Deserteur erschossen. "

Den Schauspieler(inne)n, die trotz Abitur- und Klausur-Belastung eine große, beeindruckende Leistung zeigten, und vor allem dem allgegenwärtigen Regisseur Martin Parent wurde zu Recht lang anhaltender, herzlicher Applaus gespendet.